Entstehungsgeschichte der FDP die liberalen senioren sursee und ihre Ziele ! von Teo Kurmann

Theo Kurmann, Alt Bürgergemeindepräsident

Anfangs Juni 2019 musste Dr. Robert Stamm, Röbi wie er von allen liebevoll genannt wird, ins
St. Martin eingewiesen werden. Seine Krankheit hatte ihn derart gezeichnet, dass er nicht mehr
selbständig in seiner schönen Eigentumswohnung im Badrain haushalten konnte. Kaum hatte
sich Röbi in seinem neuen Zuhause eingelebt, konnte er seinen 70igsten Geburtstag feiern.
Röbi war in den 70er Jahren, in seiner Studentenzeit, Mitgeburtshelfer der LPL Ortspartei Sursee.
Zusammen mit ca. 15 Frauen und Männern im Alter zwischen 20 bis 50 Jahren haben wir
die liberale Partei wieder aufgebaut und zu einer starken, verantwortungstragenden Partei geführt.
Stundenlang haben wir debattiert, gestritten und philosophiert. Meistens trafen wir uns im
Restaurant Löwen, bei Bruno und Anni oder im Besprechungszimmer des Baugeschäfts
Estermann AG am Bahnhofplatz. Wir waren damals jung, hungrig auf Veränderung in unserer von
der CVP dominierten Kleinstadt, regiert von ergrauten Häuptern, die unsere Politik nicht verstanden.
Von Grund auf mussten wir uns organisieren. Wir erarbeiteten uns moderne Statuten,
schafften Resorts u.s.w. Es war eine wilde Zeit, legendär der Freitagsstamm beim Nardi im
Hirschen. Mindestens bis jeweils zur Polizeistunde wollten wir die Welt verändern.
Am Sonntagnachmittag des 22. Juni 2019 traf man sich zur Geburtstagsfeier in der Gartenwirtschaft
des Wilden. Es kamen sehr viele Leute, Freunde und Freundinnen von Röbi und sogar die
Stadtmusikanten spielten, was Röbi Freudentränen verursachte. Aber auch einige liberale
Senioren/innen waren anwesend aus der Gründerzeit. Eigentlich nur die Haarfrisuren haben sich
verändert. Die Einten sind Grau, andere gefärbt oder tragen in Würde ihre Glatze. Es ergaben sich
lustige, unterhaltsame Gespräche. Schnell waren wir beim bekannten Thema, Weisch No.
Plötzlich, nichts ahnend, oder war es die gute Stimmung oder sogar die Kraft des Weines, machte
ich den Vorschlag, wir könnten doch im St. Martin mit Röbi eine Senioren – Geschäftsleitung –
Sitzung abhalten. Alle waren von der Idee begeistert und als ich dann noch Alois Wagemann zum
Präsidänten vorschlug, kamen sie gar ins jubeln.
Aber wie es so geht mit feucht, fröhlichen Ideen, sie sind schnell wieder vergessen. Aber mich
verfolgte die Idee immer weiter. So organisierte ich zusammen mit Otto Steinger und Alois
Wagemann in der Anwaltskanzlei von Wisu am Montag, 8. Juli 2019 um 16.00 Uhr das erste
offizielle Treffen. Ich glaube es lag an dem ausserordentlichen Hitzetag, dass wir uns in unserer
Grossstadt Sursee nicht auf Anhieb trafen. Wisu erwartete uns in seinem Büro an der Badstrasse.
Ich suchte Wisu in seiner Wohnung im Badrain. Otto wartete im Café St. Martin auf uns. Gottlob
gibt es Handys, so trafen wir uns trotzdem eine Viertelstunde später.
Wir stellten sehr schnell fest, dass wir ähnliche Meinungen hatten im Bezug auf den politischen
Umgang unseren gewählten Behörden mit den Bürgern. Die inaktiven, politischen Ortsparteien,
die nur verwaltend ihre Mandatsträger beschützen und unterstützen waren und sind für eine
gelebte Demokratie viel zu wenig. Warum kämpfen die heutigen Ortsparteien nicht mehr für die
Gestaltung unserer Zukunft für unsere schöne Heimat, haben wir uns gefragt.
Bereits beim ersten Treffen wussten wir, dass wir es nicht mit einer einmaligen, internen Veranstaltung
bewenden lassen können. Es bestehen so viele Probleme und ungelöste Aufgaben in
unserem kleinen Städtchen. z.B. Sozialer Wohnungsbau, Gemeindeordnung, Stadtratspensen,
Verkehrspolitik, Bahnhofplatz, Klimawandel, Sekundarschulhaus 4, Verhältnis zu den Nachbar-
Gemeinden, Umgang mit dem Grundwasser, Bodenpolitik, Nutzung Sonnenenergie, Wasserzins,
Bebauungsplan Pax am Bahnhofplatz, Ortsplanung u.s.w.
Wir begannen konkrete „ in die Tat umzusetzende Projekte“ zu entwickeln. Plötzlich packte uns
wieder das Fieber wie in den 70iger Jahren. Es entstanden diverse Vorschläge über die Vorgehensweise,
mögliche, aktuelle Themen und interessante Referenten/innen. An unserer dritten
Zusammenkunft bekamen wir bereits Unterstützung in der Person von Josef Ineichen. Er übernahm
das Ressort, Finanzen / Sponsoren. Luitgardis Sonderegger – Müller beratete uns aus ihren
wohlverdienten Ferien im hohen Norden Deutschland und bewahrte uns von unklugen Fehlbeurteilungen.
Einzig in der Gestaltung des Logos, konnten wir uns nicht finden. Ihre feministische,
zukunftsgerichtete Meinung ist bei uns alten Kläusen noch nicht angekommen.
Dass wir jetzt, nach nur zwei Monaten Planungszeit unsere erste Veranstaltung am 5.September
2019 im Rathaus durchführen können, erscheint wie ein Wunder. Es ist aber das Resultat,
eiserner, beharrlicher und vertrauensvoller Teamarbeit. Darauf dürfen wir etwas stolz sein. Jetzt
sind wir gespannt ob unsere Altersgenossen unser Angebot annehmen.
Somit war die Idee geboren , wir wollen die Senioren/innen, unsere Gleichaltrigen gewinnen, um
uns gemeinsam um die Aufgaben unseres Zusammenlebens zu kümmern. Denn jeder Mensch hat
die Verantwortung bis zum Lebensende, sich für sich aber auch für die Gemeinschaft zu
kümmern.

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